Blockveranstaltung am 5. Juli

Zum ersten Mal findet in Freiburg der Mobile Studientag zur feministischen Rechtswissenschaft statt! Die ganztägige Veranstaltungsreihe stellt eine ideale Gelegenheit dar, um einen Einblick in das Themenfeld der legal gender studies zu gewinnen.
Konzipiert und durchgeführt wird das Ganze von den Verfasser*innen des feministischen Studienbuchs und Personen, die sich mit Antidiskriminierungsrecht und feministischer Rechtswissenschaft beschäftigen. Im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit den rechtlichen Ausprägungen mehrdimensionaler Ungleichheitsstrukturen. Mit kritischem Blick und anhand interdisziplinärer Methoden der Gender Theorie wollen wir diese Strukturen ausleuchten und Handlungsperspektiven erarbeiten. Gemeinsam mit Euch wollen wir den Fragen nachgehen:
Wie lassen sich Recht und Antidiskriminierungsansätze verbinden? In welchem Verhältnis stehen Recht und Geschlecht? Kann das Recht das emanzipatorische Potential feministischer Gesellschaftskritik aufgreifen?Wir freuen uns auf Eure zahlreiche und engagierte Teilnahme!

Die Veranstaltung findet am 5. Juli von 9-16 Uhr in den Räumlichkeiten des im u-asta, Belfortstraße 24, statt.

Programm

Das Programm des Studientags findet ihr hier

Workshops:

Geschlecht im Recht und feministische Theorien
Wie passen Rechtswissenschaft und Feminismus zusammen? Im Workshop werden wir einführend anhand historischer und vor allem aktueller Beispiele die gegenseitigen Erwartungen sowie Gemeinsamkeiten und Abgrenzungspunkte zwischen Feminismus und Rechtswissenschaft diskutieren. Dabei werden verschiedene Facetten der Wechselwirkung von Recht und Geschlecht lebendig gemacht.
Annegret Künzel, Gender Studies/Geschlechterstudien, politische Referentin, Berlin // Friederike Wapler, Lehrstuhl für Rechts- und Sozialphilosophie, Uni Göttingen

Antidiskriminierungsrecht und Intersektionalität:
Mehrdimensionale Diskriminierungserfahrungen verschwinden rasch im Konzept von beispielsweise „den Frauen“, „den Muslimen“ oder „den Migranten“. Im Workshop werden wir zunächst in die theoretische und politische Dimension des Intersektionalitätsansatzes einführen. Anschließend werden wir die Übertragbarkeit des Ansatzes auf die deutsche Rechtsdogmatik und Rechts wirklichkeit diskutieren und untersuchen, ob und wie das deutsche Antidiskriminierungsrecht mehrdimensionalen Diskriminierungsrealitäten gerecht wird.
Ulrike Lembke, Juniorprofessorin für Öffentliches Recht und Legal Gender Studies, Uni Hamburg // Doris Liebscher, LL.M. Eur., Humboldt Law Clinic Grund- und Menschenrechte, HU Berlin und Antidiskriminierungsbüro Leipzig

Gleichstellung beim Arbeitsentgelt
Entgeltgleichheit gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Forderungen im Bereich Gleichstellung der Geschlechter im Arbeitsleben. Aber was steckt eigentlich dahinter? Wann ist Entgeltgleichheit überhaupt gewährleistet? Was ist unter Entgelt zu verstehen? Und was sind die rechtlichen Anforderungen an eine diskriminierungsfreie Entgeltpraxis? Diesen und anderen Fragen widmet sich der Workshop, der neben dem Wissen um das gender pay gap Einblicke in die betriebliche Struktur der Entgeltdiskriminierung geben soll.
Juana Remus, promoviert zur Strafbarkeit genitalverändernder Eingriffe an intersexuellen Minderjährigen, Uni Bremen // Nadine Micha Klapp, Rechtsanwältin in Berlin, promoviert zu privaten Initiativen zur Stadtentwicklung

Regulierung von Sexarbeit/ Prostitutionsgesetz
Das rot-grüne Prostitutionsgsetz sollte die rechtliche Stellung von Sexarbeiter*innen wesentlich verbessern und Sexarbeit aus den Grauzonen der Gesellschaft herausholen. Heute wird es von verschiedensten Seiten kritisiert: Einigen gehen seine Regelungen nicht weit genug, andere beklagen eine erschwerte Bekämpfung des Menschenhandels – auch ganz andere Regelungsmodelle sind denkbar: beispielsweise die Freierstrafbarkeit in Schweden. Wir wollen das deutsche Modell einer kritischen Evaluation unterziehen und die Möglichkeit eröffnen, in der Diskussion um die Regulierung von Sexarbeit eine eigene Position zu entwickeln.
Ulrike Lembke // Nadine Micha Klapp

Recht Macht
(Zwei)Geschlecht(er)

„Mann, Frau, Mutter, Vater, Ehegatte, transsexuell, homosexuell“: Das Recht bezieht sich in vielfältiger Weise auf das Geschlecht. Wie Recht Geschlecht kategorisiert und auf welche Weise es damit unsere Vorstellungen davon prägt, was Geschlecht ist, soll im Workshop gemeinsam erarbeitet werden. Dazu werden wir geschlechtsbezogene Regelungen sammeln und den Fragen nachgehen, wie sie auf unser Verständnis von Geschlecht wirken. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anhand prägnanter Beispiele aus der Rechtsprechung zu Homo-, Trans- und Intersexualität vertieft werden. Anschließend werden wir alternative rechtliche Umgangsweisen mit Geschlecht diskutieren: (Wo) brauchen wir „Geschlecht“ im Recht?
Doris Liebscher // Juana Remus

Hallo!

Willkommen auf der Seite zum Studientag Geschlecht im recht – Einführung in die Legal Gender Studies!
Wir freuen uns, wenn ihr zum Studientag am Freitag, 5. Juli kommt!
Falls ihr Fragen zum Studientag habt, meldet euch unter fem.studientag[ät]gmail.com!